Die folgene Beschreibug geht ausführlich auf das Thema Unterordnung sowohl im Hundesport als auch im Alltag ein. Im Hundeclub Westküste e.V. trainieren wir üblicherweise den für den Alltag wesentlichen Teil der Unterordnungsübungen.
Der Begriff „Unterordnung (englisch Obedience)“ wird im Hundesport als Synonym für Gehorsam verwendet. Er stammt aus den Anfängen des Diensthundewesens. Damals wurden Hunde für die Polizei und das Militär ausgebildet. Im durch Hierarchien geprägten dienstlichen Bereich ist der Begriff der Unterordnung für Mensch und Tier wesentlich. Hier dient die Unterordnung und Beachtung der Hierarchie zur Aufrechterhaltung der Disziplin und Funktionalität der Gesamtorganisation. Es müssen alle „Untergeordneten“ auf die Kommandos und Befehle der „Führenden“ und „Übergeordneten“ hören. Tun sie das, sind Mensch und Tier gehorsam.
So sollen auch Hunde, um gehorsam zu sein, sich den Hundeführenden unterordnen. In einigen Hundesportarten ist Unterordnung eine feste Prüfungsdisziplin. So beispielsweise beim Rettungshundesport, beim Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde und beim Mondioring. Diese Hundesportarten und vor allem die Schutzhundesportarten haben alle eine enge Verbindung zum Diensthundewesen.
Wir erwarten vom Hund Unterordnung, damit er uns gehorcht. Unterordnung ist also wichtig für den Gehorsam. Denn nur, wenn er sich seinem Menschen unterordnet, wird er dessen Befehle, Kommandos und Signale umsetzen. Dann zeigt er das gewünschte Verhalten.
Nicht nur die oben genannten Hundesportarten, bei denen Unterordnung eine Disziplin ist, benötigen Gehorsam. Denn für alle Spiele und erst recht für alle Hundesportarten gilt, dass sie nach festen Regeln ablaufen. Der Hund soll diese Regeln einhalten. Dazu muss sich sein Hundeführer den Regeln unterordnen und diese an den Hund per Kommando weitergeben. Der Hund seinerseits muss sich dazu seinem Hundeführer unterordnen und gehorsam die Kommandos umsetzen. Daher ist der Nachweis der bestandenen Begleithundeprüfung in den meisten Hundesportarten eine Startvoraussetzung für Tourniere und Prüfungen.
Die Unterordnung des Hundes und sein Gehorsam sind im Alltag noch wichtiger als in vielen Hundesportarten. Denn im Alltag gilt es, den Hund so zu führen, dass er weder eine Belästigung darstellt noch sich selbst und andere in Gefahr bringt.
Die Unterordnung hilft beim Rückruf sowie der Leinenführigkeit. Sie ermöglicht ein zuverlässiges Sitz, Platz und eine gute Freifolge. Diese Verhaltensweisen und Kommandos gehören zum Grundgehorsam. Wird der von Hund und Mensch gut beherrscht, führt das zu einem entspannteren Miteinander zwischen beiden. Dies fördert letztlich die Hund-Mensch-Bindung.
Konzentrieren wir uns nun auf die Unterordnung als gleichnamige Disziplin im Hundesport. Dazu schauen wir uns vor allem den Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde an. Dieser ist der älteste deutsche Hundesport und geht auf die Polizeihundearbeit der Kaiserzeit zurück. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Sport genauso gewandelt wie sein Name. Er war früher als Schutzhundesport, dann als IPO, VGP und Gebrauchshundesport bekannt.
Heute wird der Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde nach den Regeln der IGP (Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung) geprüft. Je nach Alter und Ausbildungsstand werden die Hunde in einer der vier Leistungsklassen geprüft. Zusätzlich existiert eine weitere, die als Teil der Arbeitsprüfung für die Zuchtzulassung bei einigen Rassen erforderlich ist.
Die Unterordnung läuft aber immer nach einem festen Schema ab. Hierbei läuft der Hund beim Hundeführer eines in jeder Prüfung einer Leistungsklasse gleichen Parcours ab. Das dient der Vergleichbarkeit der Hunde. Das Laufschema verlangt an bestimmten Punkten und Teilstrecken ein festgelegtes Verhalten vom Hund. Das reicht von der Einnahme der Grundstellung an der Seite des Hundeführers über Leinenführigkeit und Freifolge bis zu Apportübungen über Hindernisse hinweg.
Die Unterordnung eines Hundes unter den Hundemenschen bedeutet in der Hundeerziehung wie im Hundesport viel. Denn ordnet sich der Hund nicht unter, wird er auch nicht gehorchen. Somit kann der Hundemensch zwei mögliche Wege beschreiten.
Obwohl beide Wege möglich sind, erscheint der erste einfacher. Denn das Training auf dem Hundeplatz sowie die Prüfungen in der Unterordnung geben ein klares Feedback über den Gehorsam des Hundes.
Wenn ein Hund aber, z. B. auf Grund seiner Größe, nicht regulär in der Unterordnung geprüft werden kann, bietet sich der zweite Weg an. Denn in den Prüfungen wird auch das Überwinden einer bis zu einem Meter hohen Hürde und das Überspringen einer noch höheren Schrägwand verlangt. Kleine und mittlere Hunderassen werden hier wahrscheinlich Problem haben. Dies wird im Alltag mit Hund auch selten gefordert, wenn der Hund nicht tatsächlich ein Diensthund ist.
Insofern kann die Unterordnung in der Hundeerziehung um einige Übungen abgespeckt werden. Übrig bleiben dann folgende Komponenten:
Wenn Du keine Lust auf Vielseitigkeitssport hast, kannst Du auch auf die Begleithundeprüfung abzielen. Im Rahmen der Begleithundeprüfung, die durch Prüfer des VDH abgenommen wird, wird in Deutschland der Grund- oder Basisgehorsam des Hundes für Alltagssituationen nachgewiesen. Ein Bestehen dieser Prüfung und damit ein nachweislich alltagstaugliches Verhalten des Hundes ist eine Voraussetzung für die Teilnahmen an Prüfungen und Turnieren vieler Hundesportarten.
Wesentlich ist aber, dass Hund und Mensch besser leben, wenn der Hund über einen guten Gehorsam verfügt. Daher bedeutet Unterordnung für die Hundeerziehung, dass im täglichen Ablauf immer wieder die entsprechenden Übungen abgerufen werden müssen. Das gilt für den Aufbau bzw. das Training der Unterordnung und des Gehorsams genauso wie für die Aufrechterhaltung des erlernten Gehorsams.
Mit anderen Worten: Unterordnung und Gehorsam müssen im Alltag auf konsequente Art gelebt werden.
Ab wann ein Hund in Unterordnung trainiert werden kann, hängt an dem Umfang der Unterordnungsübungen. Die üblichen Gehorsamsthemen wie
kannst Du spielerisch und schon mit Welpen üben. Denn um die genannten auf Prüfungsniveau zu beherrschen, ist ein weiter Weg.
Andere Übungsbereiche, die zur Unterordnung nach der Internationalen Gebrauchshunde Prüfungsordnung (IGP) gehören, dürfen mit sehr jungen Hunden nicht trainiert werden.
Unterordnung auf Prüfungsniveau kann im Grunde nur auf dem Hundeplatz trainiert werden. Denn dafür sind Hürden und Schrägwand notwendig. Auch findest Du hier Hilfe bei erfahrenen Trainern und Sportskameraden.
Verstehst Du unter „Unterordnung“ aber den Alltags-Gehorsam, kannst Du den natürlich auch im Alltag trainieren. Dazu gehören Sitz, Platz, Steh, Leinenführigkeit, Freifolge (=bei Fuß gehen), Rückruf in verschiedenen „Ausbaustufen“.
Die erste ist, eine grundsätzliche Verknüpfung von Signal und Verhalten durch positive Verstärkung herstellzustellen. Gesten und Wörter bilden zusammen Signale. So musst Du zunächst für jedes Verhalten ein Wort und eine Geste festlegen. Am Ende dieser Ausbildungsstufe setzt sich Dein Vierbeiner nach Deiner entsprechenden Geste und Deinem Wortsignal „Sitz“ hin. Danach muss der Hund aber noch lernen, das Sitz/Platz/Steh
Ähnliches gilt auch für die Leinenführigkeit und die Freifolge. Hier geht es um die Distanzen, über die hinweg der Hund eng bei Dir laufen kann. Natürlich spielen auch hier Ablenkungen eine Rolle. Im Alltag erleichtert eine sichere Leinenführigkeit oder Freifolge das Vorbeilaufen an anderen Hunden. Das ist allerdings die Königsklasse, denn die anderen Hunde stellen eine große Ablenkung dar. Die Fähigkeit des Hundes, solchen Ablenkungen zu widerstehen, muss langsam aufgebaut werden.
Der Aufbau dieser Grundkommandos auf ein derart hohes Niveau ist nur mit Trainingsprogrammenund modernen Trainingsmethoden erreichbar. Diese zerlegen Übungen in kleinste, leicht erreichbare Trainingsziele, die in kurzen Trainingseinheiten geübt werden. So erleben Hund und Mensch Erfolge, was den Spaß am Training und die Hund-Mensch-Bindung, gleichsam die Unterordnung, stärkt. In den Trainingseinheiten wird auf positive Verstärkung zurückgegriffen. Hierbei wird der Hund belohnt, wenn er das als Trainingsziel definierte Verhalten zeigt.
Für das Training der Unterordnung benötigt man wenig. Neben der immer wichtigen wetterfesten Kleidung sollten nur foglgende Dinge zur Verfügung stehen:
Für das Training zur FCI-IBGH 1-3 Auf dem Hundeplatz sind entsprechend große Hürden und Schrägwände vorzuhalten, wenn das Training auf Prüfungsvorbereitung abzielt.
Unterordnung ist für die Hundeerziehung unverzichtbar. Egal, ob man „Unterordnung“ und „Gehorsam“ gleichsetzt oder meint, dass Unterordnung des Hundes die Voraussetzung für den Gehorsam ist.
Das Ziel eines gehorsamen Hundes sollte jeder Hundebesitzer verfolgen, auch wenn er nicht sportbegeistert ist. Denn im Alltag ist der Gehorsam der Tiere unverzichtbar, um alle möglichen Situationen gemeinsam meistern zu können. Besonders für das Leben als Haustier in der hierarchischen Ordnung einer Familie sind Unterordnungen unter alle andere Familienmitglieder nötig.
Ob als Sport für einen Hund der entsprechenden Rasse oder rein zu Alltagszwecken: Wird die Unterordnung auf moderne Weise trainiert, steigert schon das Training die Hund-Mensch-Bindung. Denn dann kann der Hund im Training Erfolg erleben und Spaß haben. Er wird die gemeinsam mit Dir verbrachte Zeit als angenehme Qualitätszeit empfinden und mit Dir verknüpfen.
Insgesamt stellt Unterordnung den perfekten Hundesport dar, wenn der Hund denn alt und groß genug ist, die Hürden und Schrägwände zu überwinden.
Da der materielle Aufwand für die Unterordnung als Hundesport so gering ist wie als rein private Veranstaltung, bleibt eigentlich nur zeitlicher „Aufwand“. Da stellt sich dann die Frage: Warum hast Du eigentlich einen Hund, wenn nicht, um mit ihm Zeit zu verbringen?
Es spricht also nichts gegen gemeinsame Zeit beim Training für Unterordnung.
Quelle: dogondo.de
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